3100 SchülerInnen und Studentinnen beweisen: „Die Technik ist weiblich“
Das Gender-Mainstreaming-Projekt „Die Technik ist weiblich“ der FH Campus Wien feierte am 25. September 2007 im Hotel Kaiserhof seinen erfolgreichen Abschluss. Ziel war es, Jugendliche für Technik und Naturwissenschaften zu sensibilisieren. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Zahlreiche Beratungs- und Infoangebote für die 18 kooperierenden AHS und BHS und rund 3100 Interessierte, die das vielfältige Angebot zu nutzen wussten. Nach zweijähriger Projektlaufzeit galt es nun auf der Abschlussveranstaltung der Frage nachzugehen: „Ist die Technik weiblich (geworden)?"
„Reines Technikwissen reicht nicht mehr. Gefordert ist eine über die Fachkompetenz hinausgehende Qualifikation: Sozial- und Gender-Kompetenz“, erklärt Dr.in Ursula Pasero, Gender Resarch Group, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, in ihrem Impulsreferat „’Under Construction’: Frauen und Männer auf der Baustelle Technik“. Viele Männer haben einen Nachholbedarf am Erwerb von Soft Skills. Frauen hingegen werden durch derart veränderte Ansprüche zunehmend motiviert, eine Technik-Karriere einzuschlagen.
„Ist die Technik weiblich (geworden)?“: Chancen und Hürden
DIin (FH) Erika Jungmayer, Absolventin des Studiums Informationstechnologien und Telekommunikation der FH Campus Wien, erzählt bei der Podiumsdiskussion, bei IBM keine „geschlossene Technikergesellschaft“ vorgefunden zu haben. Trotz positiver Erfahrungen dieser Art erwartet AbsolventInnen technischer Studienrichtungen laut Pasero am Arbeitsmarkt insgesamt noch immer ein – im Vergleich zu Männern – höheres Risiko der Arbeitslosigkeit, der Arbeit in berufsfremden Bereichen und des Fortwirkens des Gender Pay Gap.
Die gute Nachricht: Eine große Chance für Frauen sieht Pasero im anhaltenden Fachkräftemangel, in der wachsenden Bedeutung der sozialen Komponente von Technik, Soft Skills und „Managing Diversity“. Schließlich nehme auch die gesellschaftliche Kritik daran zu, dass hoch ausgebildete Frauen nicht entsprechend ihrer Qualifikation eingesetzt werden. Knappheit im volkswirtschaftlichen Sinn erhöhe zusätzlich die Chancen von Frauen in der Technik, ist Pasero überzeugt.
„Neben diesen allgemeinen Faktoren braucht es aber Projekte wie ‚Die Technik ist weiblich’, die bei der Sozialisation von SchülerInnen in den Schulen ansetzen“, meinte Ulrike Alker, Projektleiterin von „Die Technik ist weiblich“. Sie wünscht sich, dass Schulen dafür zukünftig mehr Ressourcen zur Verfügung haben. „Es ist unser Ziel mehr Frauen für technische Berufe – mit Karriereperspektiven und Aufstiegschancen – zu motivieren. Wenn das erreicht ist, ist besonders darauf zu achten, dass gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit gewährleistet ist.“ sieht Ulrike Alker abschließend weitere Herausforderungen in der Zukunft.
Der Beitrag wurde am Dienstag, den 5. Februar 2008 um 17:11 Uhr von Ursula Weilenmann veröffentlicht und wurde unter Frauen in Technik und Naturwissenschaften, Veranstaltungen, FH Campus Wien abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Trackbacks sind derzeit nicht erlaubt.



















