11. Dezember 2006

18:13 Uhr
-
 

4. GENDER SALON: Genderaspekte in der Berufsorientierung

4.Gender Salon

"Seit wann haben Schülerinnen und Schüler der AHS bzw. Hauptschule verpflichtenden Unterricht in Textilem UND Technischem Werken?"
Antwort auf diese Frage und eine Auseinandersetzung mit eben diesen Rahmenbedingungen, die die Berufsorientierung von Jugendlichen in Schulen beeinflussen, präsentierte Mag.a Renate Tanzberger/EfEU am 29. Nov. 2006 beim 4. GENDER SALON am fh-campus wien.

Für SchülerInnen der AHS bzw. Hauptschule gibt es bisher keinen verpflichtenden Unterricht für Textiles UND Technisches Werken.
Schulische Rahmenbedingungen wie diese tragen dazu bei, dass sich viele Burschen und Mädchen nach wie vor bei der Berufs- und Ausbildungswahl geschlechtstypisch entscheiden,

so Mag.a Renate Tanzberger beim 4. GENDER SALON am fh-campus wien.

Um sich der eigenen „Genderbrille“, die allen Menschen durch ihre Sozialisation zueigen ist, bewusst zu werden, lud Tanzberger die Anwesenden ein, durch Übungen die eigenen Normen und Grenzen in Bezug auf das, was als „weibliche“ bzw. „männliche“ Arbeiten und Berufe wahrgenommen werden, zu überprüfen.

In Form von interaktiven Gruppenarbeiten – z. T. aus dem geseBo-Koffer – stellte die Vortragende Übungen vor, die sich in Schulen für die Berufsorientierung einsetzen lassen.

Neben der Sensibilisierung für Regeln in unserer Gesellschaft, die vermeintlich „weibliche“ und „männliche“ Berufe vorgeben, stand auch das Thema „unbezahlte Arbeit“ zur Diskussion.
Eine Übung thematisierte die Lebensläufe und Berufe der eigenen Eltern und Großeltern mit der Absicht aufzuzeigen, welche Berufe tendenziell eher von Frauen bzw. eher von Männern ausgeübt werden, um diese gesellschaftlichen Muster in der Folge in Frage stellen zu können.
Eine andere Übung für SchülerInnen zielt darauf ab, diese erkennen zu lassen, wo ihre eigenen Prioritäten und Interessen liegen, um diese in einem Wunschberuf verwirklichen zu können – auch wenn dieser vielleicht nicht der bisher gültigen gesellschaftlichen Norm entspricht.

Tanzberger stellte auch umfassende Literaturhinweise und Ressourcen im Internet vor, die von Lehrenden, Eltern und BerufsberaterInnen herangezogen werden können, um adäquate Hilfestellung bei der Berufsorientierung bieten zu können, ohne durch die eigene "Genderbrille" behindert zu werden.

Links:

 

Downloads - zur Verfügung gestellt von Mag.a Tanzberger:

Quiz mit Antworten
Die 10 häufigsten Lehrberufe
Literaturliste Gendersensible Berufsorientierung
Linkliste Gendersensible Berufsorientierung

 

 




Der Beitrag wurde am Montag, den 11. Dezember 2006 um 18:13 Uhr von Ursula Weilenmann veröffentlicht und wurde unter Berufsorientierung, Downloads, Gender und Bildung, Veranstaltungen, FH Campus Wien, GENDER SALON abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare sind derzeit geschlossen, aber Sie können dennoch einen Trackback auf deiner (Ihrer) Seite einrichten.

Kommentarfunktion ist deaktiviert