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  • Gender

    Der Begriff "Gender" bezeichnet das soziale Geschlecht, das Menschen aufgrund von biologischen Merkmalen des Körpers Menschen zugeordnet wird. Das soziale Geschlecht bestimmt die gesellschaftlichen Geschlechterrollen - also die Vorstellungen und Erwartungen darüber wie Frauen und Männer sind oder sein sollen. Gender ist anerzogen und variabel, denn: Die Frauen und Männern zugeschriebenen Rollen sind geprägt vom Zeitgeist einer Gesellschaft und sie sind sowohl zwischen als auch innerhalb von Gesellschaften unterschiedlich. Es sind z.B. Frauen, die Kinder gebären, es ist jedoch nicht von biologischen sondern von sozialen Kriterien abhängig, wer sie aufzieht. Die Kategorie des sozialen Geschlechts ist also nicht fix sondern veränderbar. Menschen haben aufgrund ihres sozialen Geschlechts ungleiche Zugänge zu Werten wie Gleichheit, Demokratie, Menschenrechten und sozialer Gerechtigkeit. Die unterschiedlichen Ausgangssituationen von Frauen und Männern zeigen sich auch bei der Verteilung von Ressourcen und der Einbindung in Entscheidungsprozesse.

     

    Gender Budgeting

    Darunter wird geschlechtergerechte Budgetpolitik verstanden, die um den Aspekt der Geschlechterperspektive erweitert ist und Gender - das soziale Geschlecht - in das Budget integriert. Gender Budgeting ist ein mittlerweile international sehr weit verbreiteter Ansatz zur Umsetzung der Analyse öffentlicher Budgets in Bezug auf Auswirkungen der Ausgaben- und Einnahmenpolitik auf Frauen und Männer und zur Erhöhung von Transparenz und Partizipation im Rahmen des Budgetprozesses.

     

    Gender Mainstreaming

    Gender Mainstreaming (GM) ist eine Strategie, die die Gleichstellung von Frauen und Männern zum Ziel hat. GM anzuwenden bedeutet, dass als erster Schritt Ungleichheiten zwischen Menschen und innerhalb von Strukturen wahrgenommen werden. In der Umsetzung bedeutet das, die Geschlechterperspektive in allen Aktivitäten, Strategien und Maßnahmen miteinzubeziehen, um Ungleichheiten auszugleichen und um die Chancengleichheit von Frauen und Männern zu gewährleisten.

     

    Gender Mainstreaming Rechtsgrundlagen

    Die mittels Gender Mainstreaming (GM) angestrebte Gleichstellung von Frauen und Männern ist eine in der EU rechtlich verankerte Verpflichtung:

    1) Vertrag von Amsterdam (1997):

    • Artikel 2 des EG-Vertrags: „Die Förderung der Gleichstellung von Männern und Frauen ist eine der Aufgaben der Europäischen Gemeinschaft.“
    • Artikel 3 des EG-Vertrags: „Bei allen ihren Tätigkeiten wirkt die Gemeinschaft darauf hin, Ungleichheiten zu beseitigen und die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern.“

    2) Nationale Grundlagen der Umsetzung von GM:

    • Artikel 7 des Bundes-Verfassungsgesetzes: „Verbot jeder Art von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts“
    • Ministerratsbeschlüsse von 2000, 2002 und 2004 zur Umsetzung und Implementierung von GM
    • Landtags- bzw. Regierungsbeschlüsse in den Bundesländern zur Schaffung von Rechtsgrundlagen für die Umsetzung von GM.

    Einen Überblick über Rechtsgrundlagen auf internationaler und nationaler Ebene sowie Initiativen in den Bundesländern finden Sie auf folgender Website: www.imag-gendermainstreaming.at

     

    Gendergerecht

    Frauen und Männer werden ausgewogen berücksichtigt.

     

    Gendersensibel

    Unterschiedliche Zugänge, Bedürfnisse und Prioritäten von Frauen und Männern werden wahrgenommen.

     

    Geschlechtergerechte oder gendergerechte Sprache

    Veränderungen in der Sprache tragen zu gesellschaftlichem Wandel bei. Andererseits wird Sprache durch veränderte soziale Gegebenheiten verändert. Eine geschlechtergerechte Sprache, die sowohl Frauen als auch Männer benennt, ist neben vielen anderen Maßnahmen eine Grundvoraussetzung um Chancengleichheit in einer Gesellschaft zu leben. Geschlechter- oder gendergerechte Sprache zu verwenden heißt, Frauen und Männer in geschriebener und gesprochener Sprache ausgewogen zu berücksichtigen und zu benennen.

     

    Geschlechtergerechtes Formulieren

    Siehe Eintrag „Geschlechtergerechte oder gendergerechte Sprache“

     

    Geschlechtssensible Pädagogik

    Dies bedeutet, dass individuelle Bedürfnisse von Mädchen und Burschen, Frauen und Männern im Unterricht berücksichtigt werden. Geschlechtersensible Pädagogik in der Organisation des Unterrichts kann bedeuten, dass zeitweise geschlechtshomogene Lern- und Projektgruppen gebildet werden. Didaktik, Kommunikation und Interaktion der Unterrichteten werden im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf Mädchen und Burschen, Frauen und Männer hinterfragt. Lehrmittel, Schulbücher und Unterrichtsmaterialien werden im Hinblick auf ihre Geschlechtersensibilität eingesetzt. Lehrinhalte werden je nach Bedürfnissen individuell anders vermittelt.

     

    Gleichstellung

    Darunter wird die Angleichung der Chancen von benachteiligten gesellschaftlichen Gruppen wie Frauen, Menschen mit Behinderungen, MigrantInnen, Kinder bildungsferner Eltern, in Lebensbereichen wie z.B. Bildung, Erwerbstätigkeit, berufliche Förderung, Familienarbeit, Hausarbeit,… verstanden. Das Gegenteil von Gleichstellung ist Diskriminierung. Die Gleichbehandlung von z.B. Frauen und Männern alleine führt nicht automatisch zur Verringerung von Ungleichheiten und Diskriminierung. Der de jure Gleichstellung (Gleichstellung nach dem Gesetz) muss die de facto Gleichstellung, also die tatsächliche Gleichstellung in allen Lebensbereichen folgen.